Krauser Baum Start Gästebuch Infos Rundgang Gastronomie Events Intern
Wenn im Sommer die heiße Sonne auf  den Feldern lag, und am Brockerhof  gepflanzt und gemäht wurde, nahmen  Knechte und Pferde am krausen Baum ihre  Mahlzeit ein.  Sagen von Hecktaler und vom Tod am  krausen Baum erzählte man sich schon vor  vielen Jahren, sie sind auch heute noch zu  lesen. Am krausen Baum spielten die Kinder, fanden verliebte ihr Glück  und verweilten auswärtige Spaziergänger, denen Angermund noch  etwas zu bieten hatte. Im Laufe der Jahre hat sich vieles verändert - auch am krausen  Baum.  Während der Nazi-Zeit, im Jahre 1938, wurde das Speekreuz  entfernt. Der Kalkweg am krausen Baum wurde wegen der  Überführung über die Eisenbahn verändert. Der Stamm der  Flatterulme verlor die Äste und ging mehr und mehr   zugrunde.  Heute steht nur noch der alte, hohle Stamm da, nur wenige Äste zeigen noch ihre Blätter. Nach Meinung der Stadt Düsseldorf gehört der Baum nicht mehr zu  den “schützenwerten Objekten”, weil der Verfall angeblich schon zu  weit fortgeschritten sei und eine Behandlung keinen Erfolg mehr  gewährleistet. Dabei stand er doch noch 1964 in der Liste der  Naturdenkmäler im Landschaftsverband Rheinland.  Der Angermunder Kulturkreis bemüht sich um die Erhaltung des wohl ältesten Angermunder Naturdenkmals. Auch Dr. Maximilian Graf von Spee pflanzte eine junge Eiche wo die Flatterulme jahrhundertelang gestanden hat. Er ließ auch wieder ein Kreuz aufstellen. Die Spee`sche Forstverwaltung hat den  Platz wieder hergerichtet und rundum  einen Jägerzaun errichtet. Die Bemühungen um dieses Naturdenkmal  scheinen erfolgreich zu sein. Hatte 1982  nur noch ein Ast Blätter, zeigten sich 2006  viele neue Äste die Blätter trugen. Möge der krause Baum für immer als Angermunder Naturdenkmal  bestehen bleiben, zumal die alte Straßenbezeichnung “Am krausen  Baum” nach der Eingemeindung durch die Stadt Düsseldorf  “höherrangigen Aspekten” der Stadt wegen aufgehoben wurde.  Bilder und Textpassagen aus dem Angermunder Jahrbuch 1984
Der krause Baum
Der alte Baum steht schon mehr als 300  Jahre dort. Ehemals eine mächtige  Flatterulme besteht er heute nur noch aus  einem hohlen Stamm, hervorgerufen durch  einem Blitz vor vielen Jahren.  Als Kinder haben wir hier gespielt, konnte  man sich doch so schön in dem hohlen Stamm verstecken. Flößte  der Baum einem von außen ein wenig Unbehagen ein, so schlug  dieses Gefühl in Geborgenheit um wenn man in ihn hineinkroch.  So Abenteuerlich wie unser spielen müssen auch die Erlebnisse  dieses alten Baumes sein. Wenn er erzählen könnte, uns würde der  Atem stocken. Zu Anfang gab es am krausen Baum 2 Hainbuchen, das war vor  300 Jahren.  Damals wurde in der Umgebung von Angermund Kalk gebrannt.  Fuhrleute von Wülfrath, Eggerscheidt oder  auch Ratingen nutzen den Kalkweg und  fuhren dort über Lintorf, Angermund nach  Wittlaer. Noch heute trägt der Weg dorthin  den Namen “Kalkweg”.   Ein reges Leben entstand, als Wittlaer  Hauptort der Kalkgilde geworden war, denn  von dort wurde der gebrannte Kalk mit  Schiffen weitertransportiert. In Angermund verlief der Kalkweg vorbei am krausen Baum in  Richtung Heltorf, vorbei am krausen Baum in Wittlaer bis zur  Rheinfähre. Von Wülfrath bis Wittlaer gehörte der Kalkweg der  Kalkgilde oder Kalkmeß, wie man die Besitzer damals nannte.  Am krausen Baum blieben die Fuhrleute zumeist stehen, legten eine Ruhepause ein und verweilten im Schatten des Baumes. Dort stand auch das Speekreuz. Es sollte die vorbeigehenden und Rastenden auf den Herrgott am Kreuz hinweisen. Spanier, Holländer, Schweden, im dreißigjährigen Krieg die  Pappenheimer, französische Truppen Ludwigs XIV, Kaiserliche,  Hessische und die Truppen König Friedrichs von Preußen waren  damals in Angermund, zogen weiter und am krausen Baum ließen  sich Soldaten, Diener, Marketender und Magazinverwalter nieder. Zum Tode verurteilte Verbrecher wurden von der Burg zum Galgen geführt. Der Weg zur Richtstätte am Plaggenacker führte am krausen Baum vorbei. Auch die Fronleichnamsprozession zog in früheren Jahren über die  alte Gasse zum krausen Baum, hier wurde der Segen gegeben ehe  die Prozession weiter nach Rahm zog. 
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