Rochus Kapelle Start Gästebuch Infos Rundgang Gastronomie Events Intern
Angermund und Rahm, das damals zur Pfarre und Gemeinde Angermund gehörte. Auch die alljährlichen Schützenfeste und  Sakramentsprozessionen führten hier  vorbei und an der Kapelle wurde über viele  Jahre Station zur Erteilung des Segens  gemacht. Folgerichtig übernahm die St.  Sebastianus Bruderschaft die Kapelle in  Obhut und Pflege. Es hätte gereicht die Kapelle wenige Meter nach hinten zu versetzen, damit war der Grundstückseigentümer Graf von Spee auch einverstanden. Doch es stellte sich heraus daß die über 300 Jahre alte Bausubstanz eine solche Maßnahme nicht zuließ. Schweren Herzens gab man den aussichtslosen Widerstand gegen den Abriss der Kapelle auf. Der Landschaftsverband stellt DM 12.000 in Aussicht um ein Erinnerungswerk zu bauen. So kam es, daß quasi in einer Nacht- und Nebel Aktion die Kapelle eines Tages im November 1976 nicht mehr da war. Das ganze ging so schnell, daß nicht einmal mehr die Figur des Hl. Rochus sichergestellt werden konnte. Sie gilt seitdem als verschollen. Der Ratinger Künstler Friedel Lepper erhielt den Auftrag einer Gedenksäule, die am Ursprünglichen Ort der Rochus Kapelle zum Gedenken aufgestellt wurde. Die achteckige Säule aus Naturstein ist rund drei meter hoch und hat am Fuß einen Durchmesser von ca. 40 Zentimeter. Auf dem unteren Fries befindet sich ein Relief des hl. Rochus mit leidenden Pestkranken und eine Inschrift, die auf die alte Kapelle hinweist. Im oberen Fries werden die Muttergottes und die Heiligen Agnes, Sebastian und Engelbert dargestellt. Krönender Abschluß der Stele ist ein ebenfalls aus Naturstein gearbeitetes 50 Zentimeter hohes Kreuz. Die neue Kapelle  Viele Angermunder Bürger haben den  Abriss der   Rochus-Kapelle stets bedauert und die  Notwendigkeit dieser Maßnahme in Zweifel  gezogen und durch Abbildungen, z.B. im  Schützenhaus oder in den Jahrbüchern des Kulturkreises die Erinnerung wachgehalten. Nach über 20 Jahren hat sich die Zähigkeit und die Ausdauer des damaligen Vorsitzenden Heribert Schmitz bezahlt gemacht und mit der Unterstützung der Bezirksvertretung 05 für den Düsseldorfer Norden erreicht er, daß eine Nachempfindung der alten Rochus-Kapelle etwas weiter nördlich vom alten Standort, auf dem Gelände des Katharinen-Klosters, an der Straße nach Duisburg-Rahm errichtet  werden durfte. Die Rochus-Stele blieb am alten Standort stehen. Die Initiative wurde aus Spendengeldern finanziert.  Zum Gedenken an die alte Rochus-Kapelle wurde an der neuen Kapelle eine Gedenktafel angebracht. Bilder und Textpassagen Teilweise aus den Angermunder Jahrbüchern 1981/1986/2001/2002
Die Rochus Kapelle
Wer an eine Kapelle denkt, der denkt  zumeist an eine kleine Kirche, in der man  in stillem Gedenken verweilen kann.  Auf die Rochus-Kapelle trifft dies allerdings  eher nicht zu. Diese Kapelle ist eher sehr klein, und wenn  überhaupt kann nur eine einzige Person  hier in stillem Gedenken verweilen. Deshalb wird sie von den  Angermundern auch nur Rochus-Kapellchen genannt.  Doch was macht die da eigentlich - und warum steht sie genau da  wo sie steht? Wer war der Hl. Rochus?  Der Heilige als historische Person ist unstreitig. Die Vita des  Rochus gibt es jedoch in mehreren Versionen.  Diese Lebensgeschichte wurde 1478 in Venedig verfasst. Ältere Darstellungen gehen bis ins Jahr 1430 zurück und sind ebenfalls kaum glaubhaft. Als Sohn des Grafen von Montpellier kommt er  zur Welt. Früh verwaist schenkt er sein Vermögen den Armen und pilgert nach Rom. In der von der Pest befallenen Stadt Aquapendente pflegt er die Pestkranken und heilt viele. In Rom heilt er einen Kardinal durch das Kreuzzeichen auf die Stirn und wird von ihm dem Papst vorgestellt. Auf der Rückreise von Rom erkrankt er selbt und zieht sich in den  Wald zurück um auf sein Ende zu warten. Doch Gott schickt ihm  einen Engel um ihn in der Einsamkeit zu trösten. Dieser läßt eine  Quelle entspringen um seinen fiebrigen Durst zu stillen. Der Hund  des reichen Gottardus versorgt ihn mit Brot welches er vom Tisch  seines Herrn stielt. Als Gottardus dem Hund folgt findet er Rochus  und dieser bekehrt ihn zur freiwilligen Armut. Auch heilt Rochus die  Tiere im Wald.   Als er gesund in seine Heimat zurückkehrt wird er aufgrund seiner Pesterkrankung nicht mehr erkannt und als Spion ins Gefängnis geworfen, wo er fünf Jahre später stirbt. Erst danach erkennt man ihn an einem roten Kreuz auf seiner Brust, mit dem er zur Welt gekommen ist. Auf einer Tafel neben dem Toten wird der Heilige als verläßlicher Patron in Pestgefahr empfohlen. Warum eine Rochus Kapelle in Angermund?  Der schwarze Tod, die Pest, suchte Europa Mitte des 14.  Jahrhunderts heim. In den folgenden Jahrhunderten folgten dann   nochmals verschiedenen heftige Epidemien. Hier erlebte dann auch die Geschichte  Angermunds eines ihrer traurigsten Kapitel, als  die heimtückische Infektionskrankheit 1665 und  1666 lange Monate wütete. Über 200 Einwohner,  das war ein Drittel der Bevölkerung, sollen  damals ums Leben gekommen sein.   Ganze Familien wurden ausgelöscht. Als endlich die Krankheit in Angermund abgeklungen  war, ließ Hofrat Kerris zu Ehren des heiligen Rochus  am Weg nach Rahm eine Kapelle erbauen, für deren  Erhalt sich seit jeher die Bruderschaft verpflichtet sah. Die Kapelle  Ursprünglich stand die Rochus Kapelle einige hundert  Meter weiter. Doch weil die Straße erweitert werden sollte, mußte  sie weichen. Der Ursprüngliche Standort war mit Bedacht gewählt. Es waren die Schützenbrüder der St. Sebastianus Bruderschaft von 1511 die in der Pestzeit die kranken pflegten und die Toten bestatteten und die Mitglieder der Bruderschaft kamen aus
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