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Die Kriegs- und Nachkriegszeit ist der Entwicklung der  Industrie am Rhein nicht besonders günstig gewesen. Alle  Anzeichen deuteten vor etwa 20 Jahren daraufhin, das  Ruhrort-Duisburg die rauchenden Schlote, feuerspeiende  Hochöfen rheinaufwärts noch mehr an Boden gewännen. Für  die Industrie ist der Rhein eine wichtige Verkehrsstraße und  die großindustriellen Werke, die nahe der Kohle waren,  konnten sich kaum  günstigeres Gelände denken als die  Rheinfront der Bürgermeisterei Angermund.  Man weiß nicht, ob man es bedauern soll, dass sie in der   Nachkriegszeit einen Rückschlag erlitten hat.   Die Rheinfront ohne industrielle Bauwerke hat auch ihre  Schönheit und nicht zu unterschätzende Vorzüge. Vielleicht wird einmal die Bürgermeisterei gerade auf ihre  Rheinfront stolz sein können, und wir können jetzt schon  verraten, dass Pläne bestehen, deren Verwirklichung dem  Rheinufer und dem Strom selbst zur Verschönerung dient.  Elektrotechnische Industrie am Eichelskamp Zu den schönsten Bauwerken der Bürgermeisterei zählt  zweifellos das Verwaltungsgebäude der Elektrotechnischen  Industrie, die in Eichelskamp ihren Sitz hat.  Mit seiner symmetrischen Einteilung und seiner  starkbetonten Linienführung ist das Verwaltungsgebäude  ein Meisterwerk architektonischer Kunst. Die katholische Kirche in Lintorf Eines der schönsten Gotteshäuser der Bürgermeisterei ist  die dem Apostelfürst Petrus geweihte Kirche in Lintorf.  Die Kirche wurde im Frühjahr des Jahres 1878 vollendet  und ihrer heiligen Bestimmung übergeben. Im romanischen  Stil erbaut, ist das Gotteshaus mit seinen weihevollen  Türmen so recht dazu angetan, die Menschen ihrem Gott  und Herrn näher zu bringen. Der Güterbahnhof Wedau ist dank seiner günstigen Lage an der sogenannten  „Rheinischen Bahn“ zu einem Hauptverkehrsknotenpunkt  angewachsen, sodaß er heute der größte  Verschiebebahnhof des Westens ist. Seine Hauptbelastung  erfährt der Verkehr durch den Durchgangsverkehr der  
Volkszeitung August 1925, Seite 4
Haus Billrath Einer der ältesten und typischten Gutshöfe  ist das zwischen Angermund und Schloß  Heltorf gelegene Haus Bilkrath.  Die einfache und doch romantisch  berührende Bauart geben dem Hofe einen  eigenen Reiz. Der saubere Hof, die  wohlgepflegten Gartenanlagen zeugen von dem Fleiß und der heimatliebe des  Pächters. Der landschaftliche Reiz, der von dem  Gutshof ausströmt, wird noch  erhöht und verschärft von der  Anger, die ihre Wasser träge und  langsam vorbeiwälzt und hier  einem Teich die Nahrung gibt. So  hat die Natur, unterstützt von  Menschenhand, ein idyllisches  Plätzchen geschaffen, das  Zeugnis davon gibt, welch  köstliche landwirtschaftliche  Schönheiten unsere  Bürgermeisterei besitzt. Die Mannesmann Röhrenwerke in Huckingen Die Mannesmann AG, Abteilung  Schulz-Knaudt, betreibt in  Huckingen ein größeres  Eisenhüttenwerk. Die Hauptproduktion des Werkes  bildet die Herstellung von  hochwertigem Kesselmaterial. Unser Bild gewährt einen  interessanten Einblick in die  Bödenpresserei. Ein Vergleich mit den an  der Presse beschäftigten Arbeitern  veranschaulicht die immensen Ausmaße  der gepressten Böden.
Kohlenzüge. Die Kohlen, aus dem Ruhrkohlengebiet  kommend, dienen lediglich  Reparationszwecken. Eine größere  Bedeutung erhielt der Bahnhof, als die  großeEisenbahnreparaturwerkstatt  errichtet wurde,  die fast sämtliche  Bewohner der Siedlung Wedau und  Rheinisch Bissingheim Arbeit und Brot  gibt.  Noch harren in der Bürgermeisterei  Angermund wichtige  Verkehrsaufgaben ihrer Lösung,  doch sind, wie wir bestimmt  wissen, schon Schritte eingeleitet  worden, um die Gemeinden der  Bürgermeisterei dem Verkehrsnetz  näher zu bringen. Der zweigleisige  Ausbau der Kleinbahnstrecke  Duisburg – Düsseldorf kann als  Auftakt für weitere  Verkehrsverbindungen gelten.  Kommunalpolitisch ist es das  Streben Angermunds seine  Selbstständigkeit zu  behlaten und durch eine gesunde Mischung von  landwirtschaft und Industrie der  Bevölkerung  Existenzmöglichkeiten zu  geben.Von weittragender  Bedeutung sind die Pläne, die die  Nachbarstädte Duisburg und  Mühlheim auf Angermunder Gebiet  verfolgen. Sowohl Duisburg wie  auch Mühlheim wollen in der  Mündelheimer gegend bzw. bei  Bockum gewaltige neue Wasserwerke  anlegen, weil die Werke in Dusiburg  und Mühlheim bei weitem nicht  ausreichen. Es wird Aufgabe der  Verwaltung von Angermund sein,  darauf zu achten, dass der  Grundwasserspiegel nicht so stark  gesenkt wird, dass darunter die  Landwirtschaft leidet.
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Haus Billrath
Mannesmann-Röhrenwerke ( Betriebsansicht )
Verwaltungsgebäude der elektr. Industrie
Katholische Kirche Lintorf
Güterbahnhof Wedau
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